10 Regeln im Umgang mit Demenzkranken

Möchten Sie Demenzkranke besser verstehen? Möchten Sie Ihren Hilfebedürftigen, Verwandten oder Freunden den Alltag erleichtern? Wenn ja, dann sollten Sie unbedingt weiterlesen. Wir möchten Ihnen Wege zeigen, wie Sie Ihren Umgang mit Demenzkranken verbessern können.

Was ist Demenz?

Bevor wir in die Praxis eintauchen, sollten wir zunächst verstehen, wie sich Demenzkranke fühlen. Je mehr Empathie wir für unsere Mitmenschen empfinden können, desto leichter fällt uns der Umgang mit komplizierten Situationen. Also: Was ist Demenz überhaupt? Welche Ursachen und Symptome gibt es bei Demenz?

Demenzkranke haben eingeschränkte kognitive Fähigkeiten im Bereich des Denkens, Erinnerns und Schlussfolgerns. Diese Umstände machen es ihnen schwer, das alltägliche Leben allein zu bewältigen. Einige Menschen mit dieser Erkrankung können ihre Emotionen nicht mehr kontrollieren, sodass sich deren Persönlichkeit verändert.

Millionen von Menschen sind von Demenz betroffen. Diese Krankheit tritt bei etwa einem Drittel aller Menschen im Alter von rund 85 Jahren auf. Die Krankheit ist jedoch kein normaler Bestandteil des Alterns. Es gibt auch Menschen, die über 90 Jahre alt werden und keine Anzeichen von Demenz entwickeln.

Demenzkranke

Demenz – Ursachen und Symptome

Demenz entsteht, wenn einige Gehirnregionen und Neuronen aufhören zu funktionieren. Dies führt dazu, dass Nervenzellen nicht mehr richtig miteinander kommunizieren können. Dies kann entweder an genetischer Veranlagung liegen oder an einer ungesunden Lebensweise. Damit eine genetisch veranlagte Person nicht erkrankt, ist es wichtig, dass so viele Risikofaktoren wie möglich entfernt werden.

Symptome bei Demenz

  • Gedächtnisverlust
  • Verwirrung und schlechtes Urteilsvermögen
  • Schwierigkeiten beim Sprechen, Verstehen und Ausdrücken von Gedanken, Lesen und Schreiben
  • Verirren in vertrauten Umgebungen, Umherirren ohne ein bestimmtes Ziel zu Verfolgen
  • Schwierigkeiten bewusst mit Geld umzugehen
  • Wiederholen von Fragen
  • Verwendung von ungewöhnlichen Wörtern
  • Desinteresse an normalen täglichen Aktivitäten
  • länger brauchen, um einfache Aufgaben zu erledigen
  • Paranoia, Wahnvorstellungen, Halluzinationen, impulsives Verhalten
  • verminderte Empathie
  • Schwierigkeiten mit Gleichgewicht und Bewegung

Demenz Stadien – Krankheitsverlauf im Überblick

Bei einer Demenz gibt es unterschiedliche Demenz Stadien. Leider sind die Stadien in den meisten Fällen fortschreitend, was bedeutet, dass Demenz sich verschlimmern kann. Dieser Prozess kann manchmal sogar einige Jahre dauern. Demenz ist bei jedem Menschen unterschiedlich, daher wird es variieren, wie bald sie geschieht und welche Art von Unterstützung benötigt wird.

  • Frühe Phase – In der frühen Phase der Demenzerkrankung bleiben die Patienten weitgehend unabhängig und können Ihren Alltag ganz allein bewältigen. Hier ist es wichtig, zu schauen, was genau die Person noch allein erledigen kann und ihr dabei den entsprechenden Freiraum zu geben. Sie können für die Person beispielsweise eine Erinnerungsliste erstellen oder Routinen für den Alltag entwickeln.
  • Mittlere Phase – In der mittleren Phase werden die oben genannten Symptome stärker. Man kann deutlich erkennen, dass die Person Schwierigkeiten hat, um den Alltag zu bewältigen. In dieser Phase kann es bereits hilfreich sein, einen Betreuer einzuschalten.
  • Endphase – In der späteren Phase der Demenz übergreift die Erkrankung beinahe alle Aspekte des Lebens. Die Person benötigt Betreuung rund um die Uhr, da Sie mit alltäglichen Aufgaben nicht mehr zurechtkommt oder die Gefahr besteht, dass die Person sich selbst gefährdet. Die Person hat in diesem Stadium eine stark veränderte Wahrnehmung und motorische Schwierigkeiten.
Tagespflege für Demenzkranke

Sind die Stadien der Demenz wichtig?

Die Stadien eines Demenzkranken dienen lediglich als Leitfaden. Ebenso verläuft Demenz nicht nach einem festen oder bestimmten Muster, das bei jeder Person mit Demenz gleich ist. Manchmal ist es schwierig, zu sehen, wann die Demenz in ein anderes Stadium übergeht. Dies liegt daran, weil:

  • manche Symptome gar nicht auftreten
  • manche Stadien sich überschneiden
  • manche Symptome sich abschwächen können. Für gewöhnlich bleiben Symptome wie Gedächtnisverlust, Probleme mit der Sprache und dem Denken gleich oder verschlimmern sich.

Es ist jedoch wichtig, einzuschätzen, in welchem Stadium sich Demenzkranke befinden. Nur so kann man einschätzen, was man als Nächstes erwarten kann. Das Wichtigste ist jedoch, sich auf den Moment zu konzentrieren. Wie bereits erwähnt, sollten Demenzkranke weiterhin die Dinge selbstständig ausführen können, zu denen Sie imstande sind.

Wie verhalten sich Demenzkranke im Endstadium?

Im Endstadium der Demenz sind Betroffene zweifellos auf Hilfe von außen angewiesen. In dieser Phase lässt das Gedächtnis langsam nach. Zuerst ist das Kurzzeitgedächtnis betroffen und danach wird auch das Langzeitgedächtnis angegriffen. Die letzten Erinnerungen, die bleiben, sind die aus der Kindheit und Jugend. Eine Person in diesem Stadium erkennt oft seine Familienmitglieder nicht mehr wieder oder hält diese für verstorben.

Auch die Kommunikationsfähigkeit lässt nach. Der Satzbau ist eingeschränkt und die Personen vergessen oft Wörter. Im absoluten Endstadium können die Betroffenen kaum noch Sprache verwenden.
Ein weiteres Symptom ist, dass Demenzkranke ihren Stuhlgang nicht mehr kontrollieren können. Die Gehirnregionen sind so weit eingeschränkt, dass die Person einfach nicht mehr in der Lage ist, die Abläufe im Körper auf jegliche Weise zu kontrollieren.

10 Regeln im Umgang mit Demenzkranken

Für Demenzkranke ist ihre größte Behinderung der Gedächtnisverlust. Man kann ihn nicht kontrollieren, doch mit der richtigen Reaktion können Sie dafür sorgen, dass es Demenzkranken besser geht. Man kann nicht erwarten, dass ein Blinder sieht. Genauso wenig sollte man erwarten, dass Demenzkranke sich erinnern oder vernünftig denken können. Korrigieren, widersprechen, beschuldigen oder beharren, das sollten Sie auf keinen Fall tun. Bleiben Sie freundlich, erinnern Sie sich ständig, dass solche Menschen stark eingeschränkt sind. Haben Sie deshalb viel Verständnis, wie mit einem kleinen Kind.

10 Regeln im Umgang mit Demenzkranken

Wir haben 10 einfache Regeln für Sie zusammengestellt. Sie sollen Ihnen beim Umgang mit Demenzkranken helfen.

  1. Geben Sie kurze Antworten in einem Satz.
  2. Vermeiden Sie Hartnäckigkeit. Stattdessen probieren Sie es einfach später noch einmal.
  3. Konzentrieren Sie sich auf die Gefühle des Demenzkranken anstatt auf die sprachliche Artikulation.
  4. Stimmen Sie dem Demenzkranken zu, auch wenn es falsch ist und lenken Sie das Thema ggf. in eine andere Richtung. Wenn Sie dauernd verneinen, landen Sie in einer Schleife.
  5. Nehmen Sie die Aussagen von Demenzkranken nicht persönlich.
  6. Hören Sie auf, den Demenzkranken daran zu erinnern, dass er Dinge ständig vergisst.
  7. Seien Sie einfühlsam und versöhnlich.
  8. Seien Sie geduldig, heiter und motivierend. Passen Sie sich so weit wie möglich an den „Flow“ des Patienten an. Demenzkranke ist nicht in der Lage ihr Sozialverhalten zu kalibrieren, doch Sie sind es!
  9. Halten Sie Augenkontakt mit der Person. Sie können auch die Hand halten oder streicheln. Dies verbessert die Kommunikation und gibt ein Gefühl von Nähe. Demenzkranke tendieren in den späteren Stadien dazu, „abzudriften“.
  10. Reden Sie über Themen wie die Kindheit, Jugendzeit etc. Hören Sie auf Fragen zu stellen, die sich auf das Kurzzeitgedächtnis beziehen. Wie z.B.: Was hast du heute gegessen? Dies frustriert den Demenzkranken, stellt ihn vor eine Herausforderung, die er nicht bewältigen kann. Reden Sie lieber über allgemeine Dinge aus der weiten Vergangenheit.

Tagespflege für Demenzkranke

Eine Tagespflege für Demenzkranke erlaubt es Ihnen, einen geliebten Verwandten oder Freund tagsüber in liebevolle Hände abzugeben. Es ist höchstwahrscheinlich, dass Sie sich auch Ihrem eigenen Leben widmen müssen. Wenn jedoch ein Demenzkranke die späteren Krankheitsstadien erreicht, benötigt er eine Betreuung rund um die Uhr. Falls Sie Ihre Verwandten nicht in ein Heim schicken möchten, dann ist eine Tagespflege vor Ort bei Ihnen Zuhause eine gute Alternative.

Eine Pflegekraft für Senioren besitzt das notwendige Wissen und Erfahrung, um richtig mit einem Demenzkranken umzugehen. Sie können eine Pflegekraft bze. einen Pflegeassistent einstellen, die bei Ihnen zu Hause wohnt und für eine ständige Betreuung sorgt. Sie können sich aber auch für eine Tagespflege entscheiden. Es gibt viele Vorteile, die Pflegekräfte bieten, selbst wenn ein Demenzkranke allein zu Hause bleibt.

Pflegekräfte können dafür sorgen, dass ein Betroffener einen geregelten Tagesablauf hat. Sie können kognitives Training mit ihm machen, spazieren gehen und sozialer Isolation vorbeugen.
Der allergrößte Vorteil ist jedoch, dass sie Sie entlasten. Sie können die Auszeit nutzen, um Ihre Energiereserven wieder aufzuladen. Es ist nicht leicht, Demenzkranke rund um die Uhr zu betreuen. Nicht jeder ist dazu geboren, selbst wenn es sich um Ihr Familienmitglied handelt. Pflegekräfte hingegen, haben sich freiwillig dafür entschieden, sich genau mit solcher Situation zu konfrontieren – dem Pflegen von bedürftigen Senioren. Sie tun es aus Leidenschaft und haben das gewisse Know-how und vor allem Geduld und Verständnis für die Krankheit.

Suchen Sie nach einer zuverlässigen Pflegekraft für Demenzkranke? Dann lernen Sie Bonumo Angebot kennen. Wir beraten Sie gerne und helfen Ihnen, eine entsprechende Lösung zu finden.